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Bis besagtes Heizsystem jedoch fehlerfrei und zuverlässig konzipiert war und in Betrieb genommen werden konnte, mussten einige Unwägbarkeiten und Hürden aus dem Weg geschafft werden. Zwar war mir von Anfang an bewusst, dass mich dieses Pionierprojekt einige Nerven kosten und viel Geduld fordern wird, dass der hauptsächliche Ärger jedoch von Seiten Heizungs- und Solarinstallateur verursacht würde, war so nicht absehbar. Deshalb rate ich allen, die wie ich auf Dienstleister, Handwerker und Techniker angewiesen sind, Unterstützung im persönlichen Umfeld zu suchen und genau zu prüfen, ob diese vermeintlichen Fachkräfte ihr Handwerk auch nachweislich verstehen, innovativ und visionär veranlagt sind und idealerweise auch über einen gewissen Bitcoiner-Background, um nicht zu sagen Spirit, verfügen. Andernfalls sind Mehrkosten und unliebsame Verzögerungen entsprechend vorprogrammiert.
Sicher ist sicher.
Da die bestehende, ausgediente Ölheizung durch ein nicht fossiles System ersetzt werden sollte und ich meiner Frau auf keinen Fall eine Angriffsfläche bieten wollte, indem ich ausschließlich eine Miner-Heizung installierte, entschied ich mich auf anraten von besagtem «Experten» für ein redundantes System mit einer Luftwasserwärmepumpe und Minerheizung. Heute, im zweiten Winter mit anhaltenden Minustemperaturen und wenigen Sonnenstunden, ist klar, dass wir uns ohne die beiden ASIC-Rechner gottlos den Hintern abfrieren würden, weil die Luftwasserwärmepumpe um den Nullgradpunkt komplett ihren Dienst versagt, da der Wirkungsgrad bei diesen Temperaturen gegen Null tendiert. Den viel zitierten Wirkungsgrad von vier erreicht meine Pumpe in jeder anderen Jahreszeit, außer dem Winter. Da ich ohne Minerheizsystem auf die Notheizung angewiesen wäre, welche sieben Kilowatt Strom in der Stunde bezieht, freue ich mich zumindest über ein paar Sat, welche während den Heizphasen generiert werden, und wenn sich die Sonne dann doch mal für ein paar Stunden zeigt, kommt über die PV-Anlage (25 kW Peak) ausreichend Energie rein, um das Einfamilienhaus spürbar effizienter aufzuheizen.

Das Setup.
Da es zum Projektstart noch keine fertigen Lö-sungen auf dem Markt gab, beschaffte ich vier S19jPro+ Antminer mit einer maximalen Hashrate von 130 Terahash und von der Firma DCX, zwecks Liquid-Kühlung, zwei BitPot der ersten Generation (Ausgabe 3, S.18). Da vier ASIC-Rechner für ein Einfamilienhaus mit 120 m2 Fläche, verteilt auf zwei Etagen, überdimensioniert sind, entschied ich, lediglich drei davon von ihren Lüftern zu befreien, um sie anschliessend im Liquid zu versenken. Da die beiden BitPot über eine verstellbare Pumpe und einen Wärmetauscher verfügen, mussten sie nur noch in den Glykol-/Wasser- respektive Heiz-/Heisswasserkreislauf integriert werden. Allfällig überschüssige Wärme wird insbesondere im Sommer, aber auch während den Übergangszeiten in einem 800 Liter Tank gespeichert. Grundsätzlich würden auch zwei S19 reichen, mit drei Rechnern kann das System aber ressourcenschonend betrieben werden, da diese nicht bis zum Anschlag getaktet werden müssen. Aus Erfahrung lässt sich sagen, dass sie bei einer Liquid-Temperatur um 50° Celsius am effizientesten arbeiten.
Monitoring und Steuerung.
Nachdem die Bitcoin-Zentralheizung angeschlossen und sämtliche von eingangs erwähnten Dienstleister eingebauten Fehlerquellen und Schäden behoben und ausgemerzt waren, stellte sich die Frage nach einem geeigneten und nutzerfreundlichen Tool zwecks Monitoring und Steuerung des Systems. Nach kurzer Recherche fiel die Wahl auf «Home Assistant (HA)». Dabei handelt es sich um ein mächtiges Opensource-System, mit welchem sich intuitiv sämtliche Automationen und Steuerungen einrichten lassen, von welchen ein begeisterter «Smarthomie» nur träumen kann, und nachdem sämtliche Objekte und Elemente (Sensoren, Pumpen, Ventile, PV-Anlage, Stromzähler) mittels Bluetooth, LAN und API ins lokale HA implementiert sind, werden die benötigten Dashboards zwecks Monitoring und Steuerung der Systeme angelegt. Der Fantasie, was alles mit Home-Automation gesteuert werden soll oder welche Prozesse mittels HA überwacht werden, sind dabei letztlich kaum Grenzen gesetzt.
Einmal smart mit Claude Code.
Sobald sämtliche Systemkomponenten mit HA verbunden sind, wird es Zeit, sich um die Automationen zu kümmern. HA bietet auch hier von Haus aus eine Automations-Integration, mit welcher im Handumdrehen ein erster Heizplan konfiguriert ist, der eigentlich kaum mehr Wünsche offen lässt. Wer das Ganze dann aber doch noch auf die Spitze treiben will, implementiert mit «Claude Terminal» die beste Coding-AI, welche der Markt aktuell zu bieten hat, verbindet die App mit seinem persönlichen Account, bindet über «Open Weather Map» die lokalen Wetterdaten ein und lässt Claude Code sich auf dem lokalen System austoben. So ist es mir innert weniger Stunden gelungen, ein Heizsystem zu entwickeln, welches aktuell lernt, die vorhandenen Ressourcen energieeffizient einzusetzen und zu nutzen.
Wenn du mehr über die PoW-Funktion von Bitcoin erfahren willst, besorgst du dir am besten gleich die Ausgabe zwei vom EINUNDZWANZIG-Magazin.
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